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Nesteldecken aus der Nähstube

"Nesteln" bedeutet, dass jemand ständig wieder an einer Sache herum "nestelt", einfach nicht fertig wird oder sich liebevoll immer weiter bemüht, eine Sache in seinem Sinne perfekt zu vollenden. In Hamburg sagt man auch "pütschern".

Dementiell erkrankte Menschen bearbeiten oft bspw. einen Zipfel der Jacke oder die Ecke einer Tischdecke mit den Fingern. Sogenannte Nesteldecken können unsere Arbeit mit Bewohnern, speziell auch bettlägerigen Bewohnern, unterstützen. Die Betreuungskraft lässt an diesen Decken die verschiedensten Beschäftigungen für die Finger- und Handmuskulatur eines Bewohners trainieren. Reißverschlüsse öffnen und schließen, Schleifen binden, Zöpfe flechten oder Knöpfe öffnen und schließen. Durch Anknüpfen von unterschiedlichen Alltagsgegenständen können taktile Reize gegeben werden und es entsteht ein Ratespiel, selbst wenn die Augen diese Dinge nicht mehr erfassen können. Der Bewohner kann anschließend auch ganz für sich seinen Gedanken nachgehen und selbsttätig weiter "nesteln".

Frau Schneider aus unserer Nähstube, die liebevoll Kleidungsstücke unserer Bewohner repariert, näht uns auch aus alten Handtüchern selbst gestaltete Einzelstücke von Nesteldecken, die wir in den Einzelbetreuungen unserer Bewohner verwenden können.