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Abschied von Birgit Behrens

Niemals geht man so ganz
So hat Trude Herr es in ihrem Lied besungen und so schwang es auch bei der Verabschiedung von Birgit Behrens mit, die wir Ende Oktober als Leiterin der Betreuung in ihren Ruhestand verabschiedet haben.

Zahlreiche ehemalige haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie auch Bewohnerinnen und Bewohner haben es sich nicht nehmen lassen, diese Stunden gemeinsam mit ihr zu begehen, ein besonderes Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung, wie auch Dankbarkeit.

Seit 1983 hat Frau Behrens die Geschicke des "Maxi-Kolbe" begleitet und nicht unwesentlich an dessen Entwicklung mitgewirkt. Jetzt übergibt sie die Verantwortung in andere Hände. Für unzählbar viele schöne Momente der Geselligkeit und des Miteinanders hat sie die Fäden in der Hand gehabt und können wir ihr dankbar sein.

Für die Anliegen vieler hat sie sich stets ein offenes Ohr und Herz bewahrt, nach Lösungen gesucht und das Mit- und Füreinander gefördert, ganz im Zeichen auch unseres Namenspatrons Pater Maximilian Kolbe. "…weil Nähe zählt" kehrte ins "Maxi-Kolbe" nicht erst durch die Malteser ein, es war und ist vielmehr gelebter Alltag in diesem Hause und zeichnet es dadurch aus.

Birgit Behrens über ihren Abschied:
So ein Rentenbeginn ist nicht unerwartet, aber dennoch überraschend, wenn er dann tatsächlich da ist. Im September 1983 begann meine Tätigkeit in diesem Haus. Zwei Stunden wöchentlich Einzelgymnastik für Bewohner auf der Pflegestation und dienstags Gymnastik für alle im Gymnastikraum - meine Tochter Sandra im Kinderwagen dabei. Auch nach der Geburt meiner Tochter Ramona gingen wir immer zu dritt zur Arbeit, quasi der Beginn eines Mini Generationenhauses.

In den zurückliegenden 36 Jahren habe ich so viel erlebt. Vom fidelen Seniorenheim, durch alle Pflegereformen, bis zum heutigen Tag. Da ist nichts mehr vergleichbar. Sieben Einrichtungsleiter (damals noch Heimleiter genannt) konnte ich in dieser Zeit kennenlernen. Unzählbar sind die vielen Kollegen, die kamen und gingen, krank wurden oder auch viel zu früh verstarben. Andere wieder machten Karriere oder man hörte nie wieder von Ihnen. So viele Bewohner begleitete ich vom Einzug bis zu ihrem Tod. Ich ging mit und für das Haus durch alle bisherigen Höhen und Tiefen. Nun ist einfach Ruhestand!?!

Ich gehe nicht traurig. Ich weiß, es werden immer wieder Menschen vor Ort sein, die diesem Haus wohlwollend und fördernd zur Seite stehen. Immer wieder werden Menschen da sein, die unsere Bewohner liebevoll betreuen und versorgen. Und bald werden die vollendeten Baumaßnahmen unser Malteserstift wieder in verdientem Glanz erstrahlen lassen.

Ich bin glücklich, jetzt die Zeit für die Menschen um mich herum besser nutzen zu können. Für Partner, Mutter und Freunde mehr Zeit zu haben. Die weit entfernt lebenden Kinder und Enkel zu besuchen. Ich werde meine Ehrenämter wieder besser ausfüllen können und viele Reisen nachholen.
 
Ich danke meinen Kollegen, den Leitungen, der Mitarbeitervertretung, den Bewohnern und Angehörigen, den Ehrenamtlichen, Ehemaligen und allen, die mir einen so liebevollen Abschied gestaltet haben. Ebenfalls auch denen, die mir so aufmunternde Worte zukommen ließen, obwohl sie nicht persönlich da sein konnten. Ich wünsche jedem weiterhin die notwendige Kraft und Geduld, die man für die Arbeit mit und für Menschen immer wieder benötigt. Bleibt alle gesund und vergesst mich nicht gar zu schnell!